Verlagsgruppe Oetinger

Details zu: Otfried Preußler
Otfried Preußler
 ©Francis Koenig/Thienmann Verlag

Preußler, Otfried



Otfried Preußler (1923 - 2013) wurde im böhmischen Reichenberg (heute Liberec, Tschechien) geboren. Als kleiner Junge begleitete er oft seinen Vater, der neben seinem Beruf als Lehrer auch ein begeisterter Heimatforscher und Volkskundler war und die Sagen aus dem böhmischen Teils des Isergebirges zusammentrug. Neben den Erzählungen seiner Großmutter, die ein schier unerschöpfliches Reservoir an Geschichten kannte, waren es vor allem auch diese Sagen, die Preußler zum Schreiben anregten. Schon mit zwölf Jahren begann er, Gedichte und kleine Geschichten zu verfassen.

Einer behüteten Kindheit folgte die bittere Erfahrung des Zweiten Weltkriegs: Unmittelbar nach seinem Abitur 1942 wurde Otfried Preußler zum Kriegsdienst eingezogen. Zwar überstand der 19-jährige den Einsatz an der Ostfront, geriet aber zwei Jahre später in sowjetische Gefangenschaft. Fünf Jahre Kriegsgefangenenlager hinterließen ihre Spuren, Preußler magerte stark ab, litt zeitweise unter Typhus und Malaria.

Nach seiner Entlassung im Juni 1949 fand er mit viel Glück im oberbayerischen Rosenheim seine vertriebenen Angehörigen und seine Verlobte aus Reichenberg wieder. Die beiden heirateten noch im selben Jahr. Das Paar bekam drei Töchter und Otfried Preußler wurde 1953 zunächst als Volksschullehrer, später als Rektor an einer Schule in Rosenheim tätig.

Seine Schulkinder und seine Töchter inspirierten ihn, wieder Geschichten zu erzählen und aufzuschreiben. Anfangs arbeitete Preußler nur nebenberuflich als Schriftsteller (er schrieb u. a. Hörspiele für den Kinderrundfunk). Sein erster großer Erfolg war 1956 „Der kleine Wassermann“, nur ein Jahr später erschien dann bereits „Die kleine Hexe“. Die folgenden Jahre waren von enormer Schaffenskraft gekennzeichnet: 1962 erschien „Der Räuber Hotzenplotz“, den der Autor, angeregt von gewaltiger Leserresonanz, später auf zwei weitere Abenteuer schickte, sowie vier Jahre später „Das kleine Gespenst“. 1971 stellte Otfried Preußler mit „Krabat“ seinen ersten Jugend- und Erwachsenenroman vor – ein Welterfolg.

Der Autor schrieb bis ins hohe Alter weiter: Seine mehr als dreißig Kinder- und Jugendbücher liegen in zahllosen Übersetzungen vor. Viele seiner Stoffe hat er zu Theaterstücken verarbeitet, mehrere Werke fanden auch den Weg ins Fernsehen und ins Kino.

Otfried Preußler gehört zu den berühmtesten Kinder - und Jugendbuchautoren Deutschlands und hat unzählige Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den Deutschen Jugendbuchpreis, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und den Andreas-Gryphius-Preis für sein Gesamtwerk.



Auszeichnungen

1/2009 | Bayerischer Filmpreis (Produzenten)